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Illegaler Irak-Krieg ums Öl

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Irak-Karte
George Bush, der Vater des jetzigen Präsidenten, hat im 2. Golfkrieg auf die Eroberung Iraks und die Beseitigung des Saddam-Regimes verzichtet. Die Furcht vor einem zweiten „Vietnam“ hat in seiner Entscheidung eine wichtige Rolle gespielt. Später gibt Bush in einem Interview zu, dass er nicht bereit gewesen sei, einen Krieg zu führen, bei der amerikanische Soldaten gestorben wären. „Mit wessen Söhnen Blut soll dieser Krieg gewonnen werden…“, sagte er. Doch der Sohn, der jetzige Präsident hat diesen hohen Blutzoll entrichtet und einen illegalen Angriffskrieg gegen den Irak geführt. Seit dem offiziellen Ende des Irak-Krieges sind zahlreiche US-Soldaten und irakische Zivilisten umgekommen.

Die Äußerungen von George W. Bush am 27.11.2001 werden als ein deutlicher Hinweis für den baldigen Beginn des Irak-Krieges gewertet, der von langer Hand geplant ist. Die USA bitten schon im November 2001 Bulgarien und Polen um militärische Unterstützung für den Anti-Terror-Krieg. Der amerikanische Präsident bezeichnet den Afghanistan-Krieg als „Phase 1“ des Anti-Terror-Krieges, später stellt sich heraus, dass der Irak-Krieg die „Phase 2“ sein wird.

Irak-Krieg
Ein US-Soldat zeigt am 2. Tag des Krieges seinen Unmut über Frankreich und Deutschland...
Schon 1997 formiert sich eine kleine Gruppe von radikal neokonservativen Politikern und Publizisten in einer Organisation namens “PNAC” (Project for the New American Century), um die Weltherrschaft der USA zu realisieren. Die Gründungsmitglieder dieser Organisation sind Richard B. Cheney, Donald Rumsfeld, R. James Woolsey, Paul Wolfowitz und Elliott Abrams sowie William Kristol, Robert Kagan und Richard Perle. Im Jahre 1998 fordert diese Gruppe die Okkupation Iraks ohne UN-Mandat. Doch der damalige Präsident Clinton ignoriert die Gruppe und hält ihre Ansichten für völlig absurd. Zwei Jahre später unterstützt die PNAC den texanischen Gouverneur George Bush bei den Präsidentschaftswahlen. Die Pläne für den Überfall auf den Irak sind schon beim Amtsantritt Bushs abgeschlossen, jedoch bleibt ein geeigneter Zeitpunkt für eine Invasion abzuwarten.

Am 8. April 2002 erzürnt sich der irakische Präsident, Saddam Hussein, über die israelische Militäroffensive im Westjordanland. Er setzt seine Ölexporte für 30 Tage aus und appelliert an andere arabische Länder, sich ebenfalls dem Boykott anzuschließen. Die Nachrichtenagenturen melden an diesem Tag:

Aus Protest gegen die israelische Militäroffensive im Westjordanland hat Irak seine Ölexporte ausgesetzt. Der Ausfuhrstopp bleibe 30 Tage in Kraft “oder solange, bis sich die zionistische Armee ohne Bedingungen aus den besetzten palästinensischen Gebieten zurückgezogen” habe, sagte der irakische Staatschef Saddam Hussein.

AFP und Reuters

Mit dieser Erklärung glaubt Saddam Hussein weiterhin eine wichtige Rolle im Nahen Osten spielen zu können, tatsächlich aber besiegelt er durch die Verweigerung des irakischen Öls, sein Schicksal. Das Erdöl ist für die USA von existenzieller Bedeutung, daher ist auch die Außenpolitik der USA auf die Erschließung neuer und die Sicherung bekannter Quellen ausgerichtet. Die Vereinigten Staaten verbrauchen ein Viertel der Erdölproduktion der Welt. Das sind 20 Millionen Barrel täglich. Davon werden 52% importiert, wiederum 25% des Imports stammt aus dem Nahen Osten. Obwohl der Irak seit dem 2. Golfkrieg unter einem Boykott seiner Ölexporte leidet, sind die USA ein großer Abnehmer des irakischen Rohstoffes. Darüber hinaus verfügt der Irak nach Saudi-Arabien über die größten Erdölreserven in der Region.

Schon im Vorfeld des irakischen Boykottaufrufs erhöhen die USA und der britische Premier Blair den Druck auf den Irak. Die Tageszeitung „Die Welt“ schreibt am Tag des irakischen Boykottaufrufs:

Die Vereinigten Staaten und Großbritannien behalten sich alle Optionen vor im Kampf gegen Saddam Hussein und die Bedrohung durch Massenvernichtungswaffen. Auf diese Formel, die deutlicher als bisher einen gemeinsam geführten Militärschlag gegen den Irak einschließt, haben sich US-Präsident George W. Bush und der britische Premierminister Tony Blair am Samstag bei ihrem Treffen in Crawford (Texas) verständigt. ....

...

Der irakische Diktator könne seine Waffen gegen Europa oder Israel wenden: “Ich kann mir nicht vorstellen, wie jemand die Bedrohung nicht sehen und Saddam Hussein nicht zur Rechenschaft für seine Taten ziehen kann. Und wir werden das tun. Die Geschichte hat uns dazu berufen.”

Die Welt am 8.04.2002

Die Sorge um die Sicherheit Europas und Israels als Vorwand, verschweigt der US-Präsident den tatsächlichen Grund für seine feindselige Haltung gegen den Irak. Saddam Hussein, ein enger Verbündeter in der Vergangenheit gegen das islamische Regime in Iran, stellt seit dem Überfall auf das Emirat Kuwait eine große Gefahr für die Rohstoffinteressen der USA dar. Als der Irak im zweiten Golfkrieg Israel mit Scud-Raketen angreift, setzen die USA Israel massiv unter Druck, um israelische Verteidigungs- oder Vergeltungsmaßnahmen zu unterbinden. Zudem ist nach dem Golfkrieg bekannt, dass der Irak keine militärische Bedrohung mehr für den Nahen Osten darstellt. Solange Saddam Hussein jedoch an der Macht ist, bleibt das irakische Öl unter seiner Kontrolle.

Seit dem Terrorangriff auf das World Trade Center sind zudem die Beziehungen zwischen dem Haupterdöllieferanten Saudi-Arabien und den USA angespannt, da die Terroristen mehrheitlich Staatsbürger des Königreiches sind. Darüber hinaus fordert der saudiarabische König den Abzug amerikanischer Soldaten aus dem Land, die seit dem Ende des zweiten Golfkrieges permanent stationiert sind.

Verteidigungsminister Prinz Sultan bin Abdalasis und Donald Rumsfeld verkünden am 28. April 2003 das Ende der Stationierung von US-Soldaten im Königreich. Nach dem zweiten Golfkrieg hatten die USA mit dieser Entscheidung aus Saudi-Arabien gerechnet und fortwährend nach Alternativen gesucht. Kurz vor der offiziellen Bekanntgabe des Rückzugs bringen die USA ihre Streitmacht in Kuwait und Katar in Stellung.

Mit dem Abzug der Soldaten scheint die amerikanische Hegemonie- und Energiepolitik auf der arabischen Halbinsel gescheitert zu sein. Aber die schlechte wirtschaftliche Verfassung und der immer teurer werdende Ölpreis zwingen die USA zu handeln. Unter diesen Gesichtspunkten wird die Besatzung des Iraks unvermeidbar. Die angebliche irakische Bedrohung durch Massenvernichtungswaffen bleibt ein Vorwand.

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