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Die Festnahme Saddam Husseins

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Saddam Hussein...
Saddam Hussein, Gefangener der US-Armee, Irak, 13.12.2003
Der ehemalige Präsident Iraks, Saddam Hussein, buchstäblich aus einem Erdloch gezogen, sitzt hinter amerikanischen Gittern. Seine Paläste liegen in Schutt und Asche. Einst mächtiger Herrscher über Bagdad, muss Saddam Hussein nun in Gefangenschaft zusehen, wie sein Land in eine Kolonie der USA verfällt.

Der US-Zivilverwalter in Irak, Paul Bremer, bestätige am Sonntag, den 14.12.2003, die Festnahme des früheren irakischen Diktators: “Meine Damen und Herren, wir haben ihn”, sagte er. “Dies ist ein großer Tag in der Geschichte Iraks.” Saddam Hussein wurde demnach bereits am Samstagabend um 20.30 Uhr Ortszeit bei einer Razzia rund 15 Kilometer südlich seiner Heimatstadt Tikrit verhaftet.

Im Keller eines Bauernhauses in Adwar hatte sich Saddam Hussein in einem 1,80 Meter tiefen Loch versteckt, das mit Ziegeln und Erde getarnt worden war. Soldaten hätten das Loch untersucht und darin Saddam Hussein gefunden. Verletzte habe es bei der Operation “Morgenrot” nicht gegeben. Bei der Operation seien 750.000 US-Dollar in bar sichergestellt worden. Hinweise aus der Bevölkerung, die Vernehmung von Verdächtigen und Geheimdienstaufklärung hätten zu seiner Festnahme geführt.

Kurz nach der Festnahme Saddam Husseins meldet sich US-Präsident Bush zu Wort und übt sich in Siegerjustiz. Die Verurteilung des Diktators sollen zwar die Iraker selbst übernehmen, aber wenn es nach ihm gehe, müsse Saddam Hussein hingerichtet werden. UNO-Generalsekräter, Kofi Annan, protestiert daraufhin gegen die Äußerungen des US-Präsidenten und fordert die USA auf, dem ehemaligen irakischen Präsidenten einen fairen, rechtstaatlichen Prozess zu machen.

Die Ermordung der Söhne Saddam Husseins

Ermordung der Söhne Saddam Husseins...
Ermordete Präsidentensöhne, Udai und Kusai Hussein. Irak, 22. Juli 2003
Bei der Operation gegen die Hussein-Brüder mobilisierte das US-Militär Hunderte Soldaten und Dutzende Fahrzeuge und militärisches Fluggerät. Die amerikanischen Truppen setzten Maschinengewehre, Raketen, Raketenwerfer und Bomben gegen vier Personen ein, die mit automatischen AK-47 Gewehren bewaffnet waren.

Das Gefecht dauerte nach Zeugenberichten drei Stunden. Das Haus, in dem sich die Hussein-Söhne aufhielten, lag in einem Vorort von Mosul und gehörte Scheich Nawwaf Zaydan Mohammed, einem Verwandten des gestürzten Präsidenten. Die Leichen der beiden Söhne wurden nach einem Armeesprecher von mehreren Parteien identifiziert; weiter stimmten die Gebisse der beiden sowie Röntgenbilder von Udais Leiche mit den bekannten medizinischen Dossiers überein.

Die US-Armee hatte am 22. Juli 2003 keine Anstrengung unternommen, die Hussein-Söhne lebend zu ergreifen, um sie später vor einem Gericht zu stellen. Die Truppenmoral der US-Armee war zu diesem Zeitpunkt so weit gesunken, dass die Führung zu der Überzeugung gelang, ein mörderischer Angriff werde die kriegerische Stimmung in den USA wieder anheben. Präsident George W. Bush prahlte sogar mit der Ermordung der Hussein-Söhne: “Jetzt können die Iraker sicher sein, dass das alte Regime endgültig weg ist und nicht wiederkommen wird.”, sagte er.

Der Guerillakrieg in Irak

Aufstand in Irak...
Leichenschändung von US-Bürgern in Falludscha. Irak, im April 2004.
US-Präsident Bush stellte den Menschen, den Frieden und die Sicherheit in einem freien, von Saddam Hussein und seinem Regime gesäuberten Irak, in Aussicht. Knapp ein Jahr nach der offiziellen Erklärung über das Ende der Hauptkampfhandlung, steckt der Irak nun in einem Guerillakrieg, der sehr große Ausmaße annimmt.

In der Stadt Falludscha werden die Leichen von US-Zivilisten von einer aufgebrachten Menschen-Menge öffentlich geschändet. Die Mitarbeiter einer US-Sicherheitsfirma wurden zuvor von irakischen Freischärlern angegriffen und getötet. Aufgrund dieses Vorfalls verkündet der US-Verwalter in Irak, Paul Bremer, blutige Rache und heizt die ohnehin angespannte Lage weiter an.

Bremers Rache lässt lange nicht auf sich warten. Aus mehreren irakischen Städten, wie Bagdad, Nadschaf, Basra, Nasirija, Kut und Ramadi werden heftige Kämpfe gemeldet, wobei die US-Armee äußerst hart gegen die Aufständischen vorgeht. Irakische Ärzte melden 460 Tote allein in der Stadt Falludscha.

Sogar der von den USA eingesetzte irakische Regierungsrat bezeichnet die Belagerung Falludschas als “kollektive Bestrafung”. Der Auslöser für den jüngsten Aufstand war der US-Haftbefehl gegen den schiitischen Geistlichen Muktada el Sadr, der mit seiner Mehdi-Armee mehrere südirakische Städte kontrolliert.

Die Desinformation und der Druck auf die Presse

Die USA schrecken auch bei dieser militärischen Auseinandersetzung nicht vor einer systematischen Desinformationspolitik ab. Widerstandskämpfer werden durch die USA als Terroristen und Gesetzlose bezeichnet und so der Weltöffentlichkeit dargestellt. Freie Journalisten werden eingeschüchtert, die Sicherheit der Journalisten in Irak wird nicht mehr gewährleistet und der staatliche Druck auf die freie Presse zeigt sichtbare Erfolge für die US-Regierung.

Journalist Mazen Dana...
Mazen Dana, Vater von vier Kindern wird von der US-Armee erschossen. Irak, 17. August 2003
Seit Ende der Hauptkriegshandlung erhalten Medien nur spärliche Informationen aus dem Irak. Die Tötung des Reuters-Kameramanns, Mazen Dana, durch die US-Armee im Sommer 2003 scheint das Ende einer unabhängigen Berichterstattung aus dem Irak zu sein.

Der Fernsehsender Al-Dschasira aus Qatar muss seit Beginn des Irak-Kriegs unter politischem Druck aus Washington arbeiten. Der Sender wird mehrfach beschuldigt, die Stimmung aufzuheizen oder absichtlich falsch zu berichten. Aber auch zahlreiche arabische Regierungen, die mit den USA ein freundschaftliches Verhältnis pflegen, setzen den Sender aus Qatar unter Druck.

Inzwischen starben 17 Journalisten in Irak. Die Nachrichtenagentur Reuters reichte als Reaktion auf die Gefangennahme mehrerer ihrer Journalisten und ihrer schlechten Behandlung durch US-Soldaten im Irak eine formelle Beschwerde im Pentagon ein.

Die Desinformationspolitik der USA läuft schon im Vorfeld des Krieges auf Hochtouren. Anders als im 2. Golfkrieg werden diesmal in der Öffentlichkeit die Argumente für den Krieg eher angezweifelt als bestätigt. Unter dem Vorwand, Saddam Hussein besitze Massenvernichtungswaffen, werben US-Präsident Bush und der britische Premier Tony Blair für einen Angriff auf den Irak. Bis zum heutigen Tag gelingt den Amerikanern der Nachweis für die Existenz der irakischen Massenvernichtungswaffen nicht. Auch von den rollenden Labors im Irak, über die der amerikanische Außenminister im UNO-Sicherheitsrat ausgiebig berichtet hatte, fehlen jede Spur.

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