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Die Schande der USA - US-Soldaten foltern Iraker

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Am 27. April 2004, mehr als ein Jahr nach Kriegsbeginn, werden Verbrechen der USA in der Presse bekannt. Der Fernsehsender CBS zeigt Bilder von gefangenen Irakern, die in einem Bagdader Gefängnis von US-Soldaten gefoltert werden. Auch die englische Presse berichtet über Folterungen, die von britischen Soldaten verübt wurden.

Systematische Folter im Bagdader Gefängnis...
Systematische Folter im Bagdader Gefängnis. Irak, Mai 2004
US-Soldat Sergeant Chip Frederick soll an etlichen der Folteraktionen teilgenommen haben. Außerdem wird ihm vorgeworfen, Gefangene dazu gezwungen zu haben, sich gegenseitig zu schlagen. Am 21. Oktober 2004 wird er wegen Misshandlung irakischer Gefangene zu acht Jahren Gefängnis, einer Degradierung sowie zu seiner unehrenhaften Entlassung
aus der Armee verurteilt. Vor dem Prozess weist er jede Anschuldigung zurück und behauptet, die Armeeführung habe keine Richtlinien für die Gefängnisführung aufgestellt. Auch habe er nie Unterstützung oder Training erhalten. Die Genfer Konvention zur Behandlung von Kriegsgefangenen kenne er nicht, da er von der Armee nie darüber informiert wurde.

Neben Sergeant Frederick werden die Namen anderer Folterer bekannt. Die 21-jährige US-Soldatin Lynndie England, die auf den meisten Fotos zu sehen ist, wird angeklagt. Als Obergefreite der US-Militärpolizei war sie im Gefängnis von Abu Ghureib bei Bagdad als Aufseherin tätig. Auf einem Bild war die Soldatin mit einer Leine zu sehen, die um den Hals eines nackten, am Boden liegenden Gefangenen geknüpft ist. Lynndie England weist wie Frederick jede Schuld von sich und macht den US-Militärgeheimdienst für die Folterungen verantwortlich. In fast allen Fällen sei vom Militärgeheimdienst die Anweisung erteilt worden, dass die Gefangenen für ein Verhör weich gekocht werden sollen. Die Aussagen der Soldatin stimmen mit anonymen Aussagen anderer US-Soldaten überein und geben Anlass zur Besorgnis, dass die US-Armee im Irak systematisch foltert.

Lynndie England wird am 28. September 2005 wegen Misshandlung Gefangener zu drei Jahren Haft und einer unehrenhaften Entlassung aus der Armee verurteilt. Von den nunmehr wegen des Abu-Ghureib-Skandals verurteilten neun Soldaten erhielt Graner als Rädelsführer mit acht Jahren die härteste Strafe. Die meisten anderen bekamen zwischen sechs Monaten und einem Jahr.

[Fotostrecke]

Bush und Rumsfeld fällt die Entschuldigung schwer

Donald Rumsfeld vor dem Armeeausschuss des Senats...
US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld vor dem Armee-Ausschuss des Senats.
Irak, 7. Mai 2004
Der US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld muss nach Bekanntwerden der Folter-Fotos vor dem Armee-Ausschuss des Senats Rede und Antwort stehen für die schweren Versäumnisse, die sein Ministerium zu verantworten hat. Der Pentagon-Chef wird zunächst intern von Bush scharf attackiert, weil er versäumt hatte, den Präsidenten über die stattgefundenen Folterungen zu informieren.

Stattdessen verwies Rumsfeld vor dem Armee-Ausschuss daraufhin, dass er die Ermittlungen schon im Januar angeordnet habe. Die Fotos, die in der Presse gezeigt wurden, habe er so vorher nicht gekannt. Er kündigte jedoch an, dass weitere, schrecklichere Folterungen bekannt werden könnten.

Eine Entschuldigung für die schrecklichen Taten, die an irakischen Gefangenen begangen wurden, fällt dem Präsidenten Bush und seinem Minister schwer. Erst als der jordanische König in die USA zu Besuch kommt und der öffentliche Druck zu groß wird, entschuldigt sich Bush bei den Opfern und deren Angehörigen. Ebenso Rumsfeld, der zwar vor dem Armee-Ausschuss die volle politische Verantwortung für den Skandal übernimmt, aber die Taten als Einzelfälle abstempelt. Über die Rolle des Militärgeheimdienstes in der Folter-Affäre verliert Rumsfeld kein Wort.

Neue Folterbilder aus dem Irak – US Navy Seals foltern Iraker

Neue Folterungen im Irak
Neue Folterungen im Irak
Am 4. Dezember 2004 werden neue Folterungen der US-Armee im Irak bekannt. Die Frau eines Angehörigen der US Navy Seals hatte etliche Folterfotos im Internet zum Kauf angeboten. Ein Foto zeigt Angehörige der US Navy Seals, die auf vermummten und zusammengeschnürten Gefangenen treten. Andere Bilder zeigen Soldaten, wie sie einem blutenden Iraker eine Schusswaffe ins Gesicht drücken. Solche Fotos geben Anlass zur Besorgnis, dass die US-Armee im Irak weiterhin systematisch foltert.

Die neuen Fotos erinnern an die Folterfotos, die im Bagdader Gefängnis Abu Ghureib gemacht wurden. Auch hier amüsieren sich die Soldaten über die Kriegsverbrechen, die sie im Irak begehen. Weiterhin ist anzunehmen, dass weder das Pentagon noch die US-Armee keine großen Anstrengungen unternehmen, solche Kriegsverbrechen im Irak zu verhindern. Statt dessen werden allen Soldaten verboten, Fotografien von Gefangenen zu machen.

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