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Die Bombardierung Dresdens: „Stoff“ für Rechtsradikale

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In einer Debatte am 21. Januar 2005 zum Gedenken an die Bombardierung Dresdens 1945 sprechen NPD-Abgeordnete im sächsischen Landtag von einem “Bomben-Holocaust”. Bereits zuvor verweigern die NPD-Abgeordneten sich einer Schweigeminute für die Opfer des Nationalsozialismus und verlassen den Plenarsaal, als sich die Fraktionen zum Gedenken erheben.

Cornelius Weiss
Cornelius Weiss, SPD-Fraktionschef im sächsischen Landtag
Die sachliche Diskussion über die Bombardierung Dresdens findet in Deutschland kaum statt. Politiker meiden das Thema. So werden die schrecklichen Taten der Alliierten im zweiten Weltkrieg „Stoff“ für Rechtsradikale. Cornelius Weiss, SPD-Franktionschef des Landtags in Sachsen, rechtfertigt die Gräueltaten als Reaktion zum NPD-Holocaust-Vergleich. Deutschland habe die englische Stadt Coventry bombardiert und im Jahre 1938 begann die Reichspogromnacht, so Weiss. Am Ende sei das Feuer in das Land der Brandstifter zurückgekehrt. Eine deutsche Stadt nach der anderen sei den alliierten Bombenangriffen zum Opfer gefallen und „es traf in furchtbarer Weise auch Dresden.“ Ein verführtes Volk sei am Ende zur Rechenschaft gezogen worden. Des Weiteren sei es gefährlich, Ereignisse gegeneinander aufzurechnen. „Brücken bauen – Versöhnung leben“ sei der Geist, „der fortan in uns leben muss“, sagte Weiss.

Durch die amerikanischen Bombardements, die nachweislich vollkommen überflüssig waren, starben in Dresden nahezu 30.000 bis 35.000 Zivilisten. Weiss verhält sich kaum anders als Holger Apfel, der die Ermordung von sechs Millionen jüdischen Menschen durch die Nationalsozialisten relativiert hat. Der eine leugnet und relativiert den Holocaust, der andere schert die gesamte deutsche Bevölkerung im Nazi-Deutschland über einen Kamm. Schließlich lebten im Dritten Reich auch Menschen wie Gustav Pietsch, Otto Jogmin, Helene von Schell oder Graf Claus von Stauffenberg. Diese Menschen haben Courage gezeigt, sie haben sich nicht verführen lassen.

Für seine Rede erhält Weiss großen Beifall, doch die Gewinner aus diesem Konflikt sind einmal mehr die Rechtsradikalen. Das Unvermögen der Politiker, die Fehler und Verbrechen der Alliierten als solche nicht nennen zu können, wird auch in Zukunft in die Hände von Rechtsradikalen spielen.

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