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USA exekutieren Kinderbuchautor

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Stanley Tookie Williams
Stanley Williams wird hingerichtet...

Am 13. Dezember 2005 exekutieren die USA den Kinderbuchautor Stanley “Tookie” Williams, der seit 1981 im Todestrakt von San Quentin (Kalifornien) auf seine Hinrichtung wartete.

Williams war einst ein gefürchteter Straßengangster aus South Central Los Angeles. Er gründete die Crips-Gang, die seit 1971 mit der rivalisierenden Bande “Bloods” erbitterte Straßenkämpfe austrug. 1981 wurde Williams des vierfachen Mordes schuldig gesprochen.

In der Todeszelle brachte er sich Lesen und Schreiben bei und wurde in der Öffentlichkeit als Schriftsteller anerkannt. In seinen Büchern warnte er seine jungen Leser vor Drogen, Waffen und Gangmitgliedschaften. Für sein Engagement wurde er mehrmals für den Literatur- und Friedensnobelpreis nominiert.

Der 51-jährige Williams war kurz nach Mitternacht Ortszeit im Gefängnis von San Quentin durch eine tödliche Injektion hingerichtet worden. Der kalifornische Gouverneur Arnold Schwarzenegger lehnte zuvor ein Gnadengesuch ab. Ein Mörder, der sich für seine Taten nicht entschuldige, könne keine Gnade erfahren, so Schwarzenegger. Bis zu seiner Hinrichtung bestritt Stanley Williams die Morde begangen zu haben.

Arnold Schwarzenegger
Der 38. Gouverneur von Kalifornien kennt keine Gnade für einen Mörder...
Laut Gerichtsurteil hat Williams während eines Überfalles auf einen Laden im Jahr 1979 den Angestellten Albert Owens getötet. Zeugenaussagen zufolge zwang er ihn, sich auf den Bauch zu legen und schoss ihm dann in den Rücken. Zudem wurde ihm die Tötung des Ehepaares Yen-Yi Yang und Tsai-Shai Yang sowie deren Tochter Yee-Chen Lin zur Last gelegt, die im selben Jahr während eines Raubüberfalles auf ihr Motel in Los Angeles durch Schüsse aus einer Waffe starben, die Williams gehörte. Laut Zeugenaussagen brüstete sich Williams mehrfach mit diesen Morden. Im Falle Owens behauptete er, einen Zeugen des Überfalles beseitigt zu haben (“didn’t want to leave any witnesses”). Zudem bezeichnete er die Opfer des zweiten Überfalles in Gesprächen mit Freunden angeblich als Buddha-heads.

Obwohl Williams im Gefängnis der Gewalt abschwört, entscheidet sich der Staat Kalifornien, entgegen massiven Protesten, für die Hinrichtung. Auch der Vatikan ist empört über die Hinrichtung von Williams. Sogar Bischof Nicholas DiMarzio aus Brooklyn hatte am 9. Dezember erfolglos ein Begnadigungsgesuch bei Schwarzenegger eingereicht. Darin heißt es:

Ich möchte die Schuld jener, die schreckliche Verbrechen begehen, keinesfalls verharmlosen. Aber diese Hinrichtung wird die Gewalt, die in unserer Gesellschaft existiert, nicht stoppen können, sondern nur noch weiter fördern. Als Hirten, die sich um die Opfer von schweren Verbrechen kümmern, zugleich aber auch um das Wohl der Todeskandidaten besorgt sind, glauben wir, dass das Thema der Todesstrafe uns alle angeht.

Es betrifft uns alle, wenn ein Mensch in unserem Namen getötet wird.

Quellenangaben finden Sie im [Impressum]

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