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George Bush, jr.
*1946
43. Präsident der USA 2001-









Bushs Biografie

Bushs Name ist in den Reihen der führenden Politiker der Vereinigten Staaten ein Begriff: George W. Bush ist der älteste Sohn von George Herbert Walker Bush, dem 41. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika. Erst ein Mal in der Geschichte der Nation gab es die Kombination von Vater und Sohn als Präsidenten, als John Quincy Adams, der Sohn des zweiten Präsidenten John Adams, 1825 der sechste Präsident wurde. 

Der designierte Präsident Bush tritt in die Reihen von Gouverneuren von Bundesstaaten, die in das höchste Amt des Landes aufgestiegen sind: Der Demokrat Jimmy Carter, ehemaliger Gouverneur von Georgia, gewählt 1976; der Republikaner Ronald Reagan, ehemaliger Gouverneur von Kalifornien, gewählt 1980; der Demokrat Bill Clinton, ehemaliger Gouverneur von Arkansas, gewählt 1992; und jetzt George W. Bush, ein weiterer Republikaner, der 1994 zum Gouverneur von Texas gewählt wurde. 

Bushs Botschaft während des Wahlkampfs zog ein breites Spektrum von Wählern an - Konservative und Gemäßigte in den beiden großen politischen Parteien, Unabhängige, Männer und Frauen, Hispanier und Afroamerikaner. Eines seiner Wahlkampfthemen war der Gedanke der Einbeziehung. "Unser Land muss wohlhabend sein", erklärte Bush. "Aber der Wohlstand muss einen Zweck haben … sicherzustellen, dass der Amerikanische Traum jedes bereitwillige Herz berührt. Der Zweck des Wohlstands ist, keinen auszuschließen … niemanden zurückzulassen."

Der zukünftige Präsident hat diese Philosophie als "Konservatismus mit Herz" bezeichnet. "Ich bin davon überzeugt, dass eine konservative Philosophie eine Philosophie mit Herz ist, die es Einzelpersonen ermöglicht, ihr höchstes Potenzial freizusetzen", erklärte er den Wählern. "Es ist konservativ, Steuern zu senken und mitfühlend, den Menschen mehr Geld zum ausgeben zu verschaffen. Es ist konservativ, auf der örtlichen Kontrolle der Schulen sowie hohen Standards und Ergebnissen zu bestehen; es ist mitfühlend sicherzustellen, dass jedes Kind Lesen lernt und niemand zurückgelassen wird. Es ist konservativ, das Sozialhilfesystem zu reformieren, indem man auf Arbeit besteht; es ist mitfühlend, die Menschen aus der Abhängigkeit von der Regierung zu befreien. Es ist konservativ, die Jugendstrafgesetze zu reformieren und auf Konsequenzen für schlechtes Verhalten zu bestehen; es ist mitfühlend anzuerkennen, dass Disziplin und Liebe Hand in Hand gehen." 

Bush vertritt die Ansicht, dass dieses Verständnis des Konservatismus "weder unklar noch schwammig" ist. "Es ist klar und zwingend. Es konzentriert sich nicht auf gute Absichten, sondern auf gute Ergebnisse. Konservatismus mit Herz wendet konservative Prinzipien des freien Markts auf die reale Aufgabe an, realen Menschen, allen Menschen, zu helfen, einschließlich der Armen und Benachteiligten. Meine Vision von Konservatismus mit Herz erfordert auch, dass Amerika seine Führungsrolle in der Welt bekräftigt. Wir sind die einzige verbliebene Supermacht der Welt, und wir müssen unsere Macht in starker aber mitfühlender Weise nutzen, um zur Bewahrung des Friedens beizutragen und die Verbreitung der Freiheit zu ermutigen." 

"Eines der Geheimnisse des Erfolgs von [George] W., für praktisch jeden Anziehungskraft zu besitzen", schrieb der Kolumnist E. J. Dionne, Jr., in der Washington Post, "ist darüber hinaus, dass er die älteste politische Kunst perfekt beherrscht: Er schafft es, dass die Menschen - alle Arten von Menschen - ihn mögen." 

Eine Pflicht zu dienen 

Der designierte Präsident kommt aus einer Familie, die seit langem Politik als eine wertvolle Berufung ansieht. George Bushs Großvater väterlicherseits, Prescott Bush, war von 1952 bis 1963 amerikanischer Senator aus Connecticut. Sein Vater begann seine Karriere als gewählter Politiker 1966, als er in Houston (Texas) ins Repräsentantenhaus gewählt wurde. George Bush senior war unter Ronald Reagan von 1981 bis 1989 Vizepräsident und von 1989 bis 1993 Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Der jüngere Bruder des gewählten Präsidenten, Jeb Bush, ist Gouverneur des Bundesstaates Florida. 

"Mein Großvater Prescott Bush war der Überzeugung, dass der beständigste und wichtigste Beitrag eines Menschen darin besteht, den Ruf des öffentlichen Dienstes zu hören und zu befolgen", stellt George W. Bush in seiner Autobiografie, A Charge to Keep, fest. "Geld und materielle Güter waren langfristig nicht die wichtigsten Dinge im Leben, hatte er das Gefühl, und wenn man sie hatte, waren sie mit einem Preisschild versehen: Der Pflicht zu dienen." 

George W. Bush wurde am 6. Juli 1946 in New Haven (Connecticut) geboren, wo sein Vater an der Yale University studierte. Zwei Jahre später, nach seinem Abschluss in Yale, ging der ältere Bush mit seiner Frau Barbara und seinem jungen Sohn nach West Texas, wo er seine Laufbahn im Ölgeschäft begann. Der junge George W. Bush verbrachte einen Großteil seiner Kindheit in Midland (Texas) und sieht diese Stadt immer noch als seine Heimatstadt an. 

"Midland war eine Kleinstadt mit kleinstädtischen Werten", erklärt er in A Charge zu Keep. "Wir lernten, unsere Eltern zu achten, zu tun, was sie sagten und gut zu den Nachbarn zu sein. Wir gingen zur Kirche. Die Familien verbachten Zeit miteinander, draußen, die Erwachsenen sprachen mit den Nachbarn, während die Kinder Ball spielten oder mit Murmeln oder Yo-Yos. Unsere Hausaufgaben und Schularbeiten waren wichtig. Die führenden Bürger der Stadt arbeiteten hart, um die besten Lehrer an unsere Schulen zu holen. Niemand schloss seine Tür ab, weil man seinen Freunden und Nachbarn trauen konnte. Es war eine glückliche Kindheit. Ich war umgeben von Liebe, Freunden und Sport." 

Vor allem Sport. "Wir haben immer gespielt, sagt Mike Proctor, ein Freund aus Kindertagen, "nach der Schule, während der Pause. Wir rannten zu dem jeweiligen Platz … stellten Mannschaften zusammen und spielten. George mauserte sich zum Mannschaftskapitän." 

Im Dezember 1949 bekam der junge George eine Schwester - Robin; das dritte Kind der Bushs, John (genannt "Jeb") wurde im Februar 1953 geboren. Nur wenige Wochen nach der Geburt von Jeb ergaben Blutuntersuchungen, dass Robin Leukämie im fortgeschrittenen Stadium hatte, eine Krankheit, die heute häufig heilbar ist, über die damals aber wenig bekannt war. Robin starb in jenem Oktober im Alter von drei Jahren. 

Der Tod seiner Schwester war eine schreckliche Erfahrung für den jungen George W. "Ich war traurig und wie betäubt", erklärt er in A Charge to Keep. "Ich wusste, dass Robin krank war, aber der Tod war für mich schwer vorstellbar. Minuten zuvor hatte ich noch eine kleine Schwester gehabt, und jetzt plötzlich nicht mehr. 46 Jahre später sind diese Minuten immer noch die eindringlichste Erinnerung an meine Kindheit, ein heftiger Schmerz inmitten einer ansonsten glücklichen verschwommenen Zeit." 

In West Texas wurden den Bushs noch drei weitere Kinder geboren - Neil 1955, Marvin 1956 und Dorothy 1959. Kurz nach der Geburt von Dorothy zog der Vater mit der Familie nach Houston, in die südöstliche Ecke des Bundesstaats, wo er die Leitung einer Offshore-Bohrgesellschaft übernahm, deren Mitbegründer er war. George W. hatte gerade die siebte Klasse an der San Jacinto High School in Midland beendet und war zum Klassensprecher für das kommende Jahr gewählt worden. Der Umzug seiner Familie bedeutete, dass er seine vertraute Schule für eine private Akademie, die Kinkaid School in einem Vorort von Houston verlassen musste. 

Eine traditionelle Erziehung 

Im Herbst 1961 schickten George Bushs Eltern ihn an die Phillips Academy in Anodover (Massachusetts), eine der renommiertesten, auf das College vorbereitenden Einrichtungen und die Alma Mater seines Vaters. Er ging als 15-jähriger Junge dorthin, der nie von Zuhause entfernt gelebt hatte und sehr viel mehr an die weiten offenen Landschaften des Südwestens gewohnt war als an die bewaldeten Hügel des Nordostens. Aber er lebte sich ein. 

"Andover hat mir beigebracht zu denken", sagt Bush. "Ich lernte in nie zuvor gekannter Weise zu lesen und zu schreiben. Und ich entdeckte ein neues Interesse, das mir während meines gesamten Erwachsenendaseins geblieben ist. Es wurde durch einen großartigen Lehrer geweckt, Tom Lyons, der Geschichte unterrichtete. Er hatte eine Leidenschaft für das Fach und die Fähigkeit, seine Liebe und sein Interesse an die Schüler weiterzugeben. Er hat mich gelehrt, dass die Geschichte die Vergangenheit und ihre Lektionen zum Leben erweckt, und diese Lektionen können häufig dazu beitragen, die Zukunft vorherzusagen." 

Nach seinem Abschluss in Andover im Jahr 1964 ging Bush an die Yale University in Connecticut, wo er sich auf traditionelle Aktivitäten konzentrierte. Er wurde zum Präsidenten seiner Studentenverbindung, Delta Kappa Epsilon, gewählt und betrieb weiterhin mit Leidenschaft Sport. Baseball war nach wie vor seine bevorzugte Sportart, aber, so Bush, "mein Talent hielt nie mit meiner Begeisterung Schritt; ich war ein mittelmäßiger Werfer in der Erstsemester-Mannschaft von Yale. In meinem vorletzten Jahr fing ich an, Rugby zu spielen, und ich arbeitete mich bis zum Abschlussjahr in die erste Mannschaft vor." 

George W. machte im Mai 1968 seinen Abschluss in Yale mit Geschichte als Hauptfach. Zwei Wochen vor seinem Abschluss ging er in die Büros der Texas Air National Guard auf dem Luftwaffenstützpunkt Ellington in der Nähe von Houston, um sich für die Ausbildung zum Piloten einzuschreiben. Eine Motivation, so Bush, war, fliegen zu lernen, wie es sein Vater während des Zweiten Weltkriegs getan hatte. George W. wurde zum Leutnant bestellt, war zwei Jahre im aktiven Dienst und flog F-102-Abfangjäger. Danach arbeitete er fast vier Jahre lang Teilzeit und flog nur gelegentlich Einsätze, damit die Air National Guard zwei ihrer F-102 rund um die Uhr einsatzbereit halten konnte. 

Geschäfte, Politik und Armut 

Während dieser Zeit arbeitete George W. für einen ehemaligen Partner seines Vaters, der das Bohrgeschäft verlassen hatte, um in Houston ein landwirtschaftliches Unternehmen zu gründen, das Anteile an einer großen Bandbreite von Erzeugnissen hatte - von Vieh über Hühner bis zu tropischen Pflanzen. Georges Aufgabe war es, die Vereinigten Staaten und die mittelamerikanischen Länder zu bereisen und Pflanzenzuchtbetriebe ausfindig zu machen, die sein Unternehmen vielleicht kaufen würde. 

Im Frühjahr 1972 gab er diese Tätigkeit auf und ging nach Alabama, um an dem Wahlkampf des Republikaners Winton Blount für den amerikanischen Senat mitzuarbeiten, der erfolglos blieb. 

Nach seiner Rückkehr nach Houston wurde er Berater für afroamerikanische Jugendliche in einem PULL (Professional United Leadership League) genannten Programm. Das Programm brachte Freiwillige aus der Welt des Sports, der Unterhaltung und der Wirtschaft zusammen, die in vielfältiger Weise mit jungen Menschen zusammenarbeiteten. George unterrichtete Basketball und Ringen und organisierte Ausflüge in Jugendgefängnisse, damit seine jungen Schützlinge diese Seite des Lebens sehen und den Entschluss fassen konnten, selbst nicht dort zu landen. 

"Er war einfach super", sagt Ernie Ladd, ein Berufsfussballspieler, der auch an dem Programm mitarbeitete. "Jeder liebte ihn. Er hatte eine Art, mit Menschen umzugehen. … Sie wollten ihn nicht gehen lassen." 

In A Charge to Keep erzählt Bush, dass seine Arbeit mit dem Projekt PULL ihm "einen Einblick in eine Welt vermittelte, die ich noch nie gesehen hatte. Es war tragisch, herzzerreißend und erhebend - alles gleichzeitig. Ich sah sehr viel Armut. Ich sah auch schlechte Entscheidungen. Drogen, Alkoholmissbrauch, Männer, die Kinder in die Welt gesetzt hatten und abgehauen waren und die alleinerziehenden Mütter ihrem Kampf mit der Erziehung der Kinder überließen. Ich sah Kinder, die nicht lesen konnten und in der Schule weit zurück waren. Ich sah auch gute und anständige Menschen, die daran mitarbeiteten, diese Kinder aus ihrer schrecklichen Umgebung heraus zu holen." 

Im Herbst 1973 schrieb sich Bush an der Harvard Business School in Cambridge (Massachusetts) ein. "Harvard war ein großartiger Wendepunkt für ihn", erzählte seine Mutter, Barbara Bush, der Washington Post. "Ich glaube, er hat - wie heißt das noch? - Struktur gelernt." 

Berufliche Rückschläge, private Erfolge 

Nachdem er 1975 seinen Magister in Betriebswirtschaftslehre erworben hatte, entschied sich George, nach Midland zurückzugehen und sich im Ölgeschäft zu versuchen. Er begann als "Landagent" - das ist ein kleiner Unternehmer, der die Mineralienrechte für bestimmte Landstücke erkundet und dann Pachtverträge für vielversprechende Ölgrundstücke auszuhandeln versucht. Es dauerte nicht lange und er begann, mit Mineralien- und Gewinnanteilen zu handeln und in Bohrprojekte zu investieren. 

Im Sommer 1977 lernte George W. bei einem Abendessen im Haus von Freunden in Midland Laura Welch kennen. Sie wurde in Midland geboren und hatte einen Bakkalaureus in Erziehungswissenschaften von der Southern Methodist University in Dallas und einen Magister in Bibliothekswissenschaften von der University of Texas in Austin erworben. Sie arbeitete als Bibliothekarin an einer Grundschule in Austin, als sie George kennen lernte. 

Ihre Freunde waren sich nicht sicher, ob sich die beiden verstehen würden. "Laura ist still", sagte George. "Ich bin lebhaft. Sie ist ruhig, ich bin ruhelos. Sie ist geduldig, ich bin ungeduldig." Ihre Gegensätzlichkeit schien sich zu ergänzen, und die beiden verliebten sich und heirateten drei Monate nach ihrem ersten Treffen. 

George hatte sich bereits entschieden, für den Kongress zu kandidieren, für den Sitz eines Demokraten, der nach 43-jähriger Tätigkeit im Repräsentantenhaus in den Ruhestand trat. Nach der Hochzeit verschob das Paar deshalb seine Flitterwochen, um den Wahlkampf zu beginnen. Sie bereisten den gesamten großen Kongressbezirk West Texas. Bush gewann die Nominierung der Republikaner, aber verlor die Wahl. Er war allerdings über die Tatsache erfreut, dass er in einem Bezirk, der noch nie einen Republikaner gewählt hatte, 47 Prozent der Stimmen erhalten hatte. 

"Eine Niederlage verleiht Demut", sagt Bush in A Charge to Keep. "Man arbeitet, man träumt, man hofft, die Menschen teilen die eigene Sichtweise und dann ist es auf einmal vorbei, und sie haben sie nicht geteilt. Es ist schwierig, eine politische Niederlage nicht persönlich zu nehmen, schließlich ist es der eigene Name, der auf dem Stimmzettel steht. Wenn man jedoch wie ich an die Klugheit der Wähler glaubt, kommt man über die Enttäuschung hinweg, akzeptiert die Entscheidung und macht weiter." 

Weitermachen hieß für George, zurück ins Ölgeschäft in Midland zu gehen. Er gründete eine Firma namens Arbusto (das spanische Wort für Busch) Energy. Der Name wurde später in Bush Exploration geändert, aber das Geschäft lief nicht gut. Anfang der achtziger Jahre fingen die Ölpreise an zu fallen, was den Betrieb des neuen Unternehmens erschwerte. 1984 entschloss Bush sich, mit einer anderen kleinen Ölfirma zu fusionieren und wurde Präsident des neuen Unternehmens mit dem Namen Spectrum 7. 

Während dieser Zeit, 1981, wurden die Zwillingstöchter von George W. und Laura Bush, Barbara und Jenna, geboren. "Es bestand nie ein Zweifel, dass ich mich um sie kümmern würde", sagt Bush in A Charge to Keep. Ich war ein moderner Vater, außerdem hatten wir alle Hände voll zu tun. Eine zeitlang hatten wir ein Kindermädchen, aber ich habe gelernt, Windeln zu wechseln, die Kinder zu baden und sie zu füttern. Wir machten lange Spaziergänge mit ihnen im Kinderwagen." 

Der steile Fall der Ölpreise setzte sich fort, so dass Spectrum in ernste Finanzschwierigkeiten geriet. 1986 kaufte ein größeres Unternehmen, Harken Energy Corporation, die kleine Firma. George W. arbeitete eine zeitlang als Berater für Harken, begann dann aber, seinem Vater als Berater und Redenschreiber beim Präsidentschaftswahlkampf zu helfen. 

Vom Manager einer Baseballmannschaft zum Gouverneur 

Nachdem sein Vater 1988 zum Präsidenten gewählt wurde, zog George W. mit der Absicht nach Dallas in Texas, dort ein Unternehmen zu gründen. Die Nachricht, dass die Texas Rangers, eine Profi-Baseballmannschaft, die in einem Vorort von Dallas spielte, zum Verkauf anstand, änderte jedoch seine Pläne. Hier war die Chance, etwas aus seiner lebenslangen Liebe für Baseball zu machen. Er brachte eine Gruppe vermögender Investoren zusammen, die die Mannschaft für etwa 75 Millionen Dollar kaufte. Bush selbst nutzte das Geld aus dem Verkauf von Spectrum, um einen kleinen Anteil zu kaufen. Er und ein weiterer Investor namens Edward "Rusty" Rose wurden beauftragt, das tagtägliche Management der Mannschaft zu übernehmen. 

"Rusty hielt nicht gerne Reden und sprach nicht gerne mit den Medien", sagt Bush in A Charge to Keep, daher wurde ich zum Gesicht und zur Stimme des Managements der Texas Rangers. Ich habe hart gearbeitet, um Karten zu verkaufen. Ich bereiste den Rangers-Markt, der sich auf einen großen Teil von Texas erstreckt. Ich sprach mit Bürgergruppen und Handelskammern. Ich gab den Medien Tausende Interviews und pries Baseball als Familiensport und großen Unterhaltungswert an." 

Damit wurde George W. Bush aus eigener Kraft zur prominenten Figur in Texas und trat aus dem Schatten seines berühmten Vaters. 1993, nachdem sein Vater die Wiederwahl nicht gewann, entschloss sich George W., nochmals für ein Amt zu kandidieren - diesmal für das Amt des Gouverneurs von Texas. Er forderte die demokratische Amtsinhaberin Ann Richards heraus, indem er versprach, das öffentliche Bildungswesen zu verbessern und den Jugendstrafvollzug, das Sozialwesen und das Schadensersatzrecht des Staats - das System, nach dem ein Geschädigter auf Schadenersatz klagen kann - zu reformieren. 

"Alle vier Dinge sind wichtig", erklärte er, "aber die Bildung liegt mir am meisten am Herzen. Wie ich in jeder Rede wiederhole, ist die Bildung für einen Staat, was die nationale Verteidigung für die Bundesregierung ist: Oberste Priorität und dringendste Herausforderung. Wenn ein Staat seine Kinder nicht ausbildet, wenn die Bundesregierung Amerika nicht gegen eine ausländische Bedrohung verteidigt, scheint jedes weitere wichtige Thema auf einen entfernten zweiten Platz verdrängt zu werden." 

Im November 1994 besiegte er Ann Richards mit 53 zu 46 Prozent und wurde Gouverneur von Texas. Die meisten Beobachter sind sich einig, dass sein erstes Jahr im Amt sehr erfolgreich war. Er arbeitete gut mit den beide Häuser der gesetzgebenden Versammlung in Texas kontrollierenden Demokraten zusammen - und schaffte es, Gesetze zu den Themen zu verabschieden, die er in seinem Wahlkampf betont hatte. 

Als Gouverneur setzte sich Bush für die zwei größten Steuersenkungen in der Geschichte von Texas in Höhe von drei Milliarden Dollar ein und unterzeichnete diese. Während seiner Amtszeit konzentrierte sich die Gesetzgebung auf die örtliche Kontrolle der Schulen, auf die Anhebung von Standards und die Umschreibung des Lehrplans des Staats, so dass grundlegende akademische Standards betont wurden. Weitere in der Zeit Bushs als Gouverneur verabschiedete Gesetze schafften die Strafaussetzung für gewalttätige erwachsene Straftäter in Texas effektiv ab, senkten das Alter, ab dem gewalttätige Jugendliche strafrechtlich als Erwachsene behandelt werden können und forderten eine automatische Haftstrafe für Jugendliche, die illegal Waffen besitzen oder ein Verbrechen mit einer Waffe verüben. Die Zahl der Sozialhilfeempfänger wurde gesenkt, indem sie zur Arbeit verpflichtet wurden und der für den Empfang von Sozialhilfeleistungen mögliche Zeitraum gekürzt wurde. Außerdem wurden Schadenersatzregelungen reformiert, um das zu verhindern, was Bush "leichtfertige" Klagen nannte. 

Gleich nach seiner Wahl legte Bush seinen Anteil an den Texas Rangers in einem Treuhandfonds an und gab seine Pflichten als Manager auf. Die Baseballmannschaft wurde später an einen Geschäftsmann aus Dallas verkauft. 1998 kandidierte Bush wieder für das Amt des Gouverneurs und wurde mit 69 Prozent der Stimmen wiedergewählt. Bald danach fing er an, über die Möglichkeit einer Kandidatur für das Amt des Präsidenten der Vereinigten Staaten nachzudenken. 

Der Präsidentschaftswahlkampf 

Nach seiner Wiederwahl "nahm der Druck zu, eine Entscheidung über die Präsidentschaftskandidatur zu fällen", sagte Bush. "Ich kämpfte mit der Entscheidung. Ich machte mir Sorgen um meine Familie; ich fürchtete, sie einem Umfeld auszusetzen, das ich besser als die meisten anderen kenne. Ich weiß, wie man sich fühlt, wenn ein geliebter Mensch auf der nationalen Bühne zerfetzt wird, und ich machte mir Sorgen, meine Mädchen und meine Frau diesem schwierigen Prozess auszusetzen. Auf der anderen Seite machte ich mir Sorgen um mein Land, über eine stärker werdende Strömung, die meines Erachtens das Versprechen Amerikas einer Chance für alle im Land sowie die Stellung der Vereinigten Staaten als Hüter der Freiheit auf der Welt bedrohte." 

Er entschied sich für die Kandidatur, wurde im August 2000 nominiert und besiegte in der Wahl im November den Demokraten Al Gore, der acht Jahre lang Vizepräsident unter Präsident Bill Clinton war. 

Sohn eines ehemaligen Präsidenten zu sein, mag für den designierten Präsidenten ein Vorteil sein. "Ich habe aus der Präsidentschaft und dem Wahlkampf meines Vaters viel gelernt, große und kleine Lektionen", sagte George W. Bush. "Ich lernte den Wert persönlicher Diplomatie, während ich zusah, wie mein Vater Freundschaften und Beziehungen mit führenden ausländischen Politikern knüpfte, die den Status der Vereinigten Staaten auf der Welt verbesserten. Ich habe aus erster Hand gelernt, wie wichtig es ist, sich mit intelligenten, fähigen und loyalen Menschen zu umgeben, Freunden, die keine Angst haben zu sagen, was sie wirklich denken, und das Schiff nicht verlassen, wenn die See rau wird. Ich lernte, dass man seinen hochrangigen Beratern unmittelbaren Zugang zum Chef gewähren muss, oder sie werden frustriert und desillusioniert. … Und von einer großartigen Führungspersönlichkeit, meinem Vater, habe ich die wichtigste Lektion von allen gelernt: Man kann die Arena betreten, mit Auszeichnung dienen, die Pfeil' und Schleudern erdulden und mit Würde, Integrität und der intakten Liebe seiner Familie daraus hervorgehen." 

Die Reden und Texte des zukünftigen Präsidenten, vor und während des jüngsten Wahlkampfs, vermitteln einen guten Eindruck davon, wofür er während seiner Präsidentschaft arbeiten wird. 

Er hat oft gesagt, dass die Amerikaner sich nicht auf die Bundesregierung verlassen können, alle Probleme der Gesellschaft zu lösen, sondern bereit sein müssen, ihren Mitbürgern selbst zu helfen. "Wir können jetzt ohne Frage sagen, dass die Ansicht, die Regierung könne statt den Menschen selbst die Problem der Menschen lösen, falsch und irregeleitet war. Das bedeutet nicht, dass wir den Menschen nicht helfen sollten. Es bedeutet, wir sollten effektivere Methoden zu helfen finden. Wir müssen die Reichweite und das Ausmaß der Bundesregierung verringern, zu ihrer angemessenen, begrenzten Rolle zurückkehren und Freiheit und Verantwortung zurück in den Zuständigkeitsbereich der Kommunalregierungen, der Nachbarschaft und von Einzelpersonen verweisen…" 

"Das Problem der Regierungsbürokratie ist nicht nur, dass sie zu teuer ist. Sie ist auch zu kalt. Oft kann ein zerbrochenes Leben nur durch die Anteilnahme eines anderen mitfühlenden menschlichen Wesens wieder aufgebaut werden - durch jemanden, dessen Handlungen aussagen, "ich liebe dich, ich glaube an dich, und ich bin auf deiner Seite". Das ist Mitgefühl mit einem menschlichen Gesicht und einer menschlichen Stimme." 

Eines seiner Anliegen ist sicherzustellen, dass jedem in den Vereinigten Staaten die vollen wirtschaftlichen Chancen gewährt werden. "Wir leben in einer Zeit unermesslichen Wohlstands … ", erklärte er. "Aber in diesem Überfluss gibt es Not. Am Rande der wohlhabenden Gemeinden gibt es diejenigen, die im Schatten des Wohlstands leben. Die gleiche Wirtschaft, die für Millionen Amerikaner ein Wunder ist, ist für Millionen auch ein Geheimnis. … Unsere Zeitungen und Fernsehprogramme loben und porträtieren die Gewinner unserer Hightechwirtschaft. Aber wir dürfen nie zu einer Gesellschaft werden, in der die Gewinner alles bekommen. Unsere Wirtschaft muss auch die harte Arbeit in der Fabrik und auf dem Feld, die Kellner und Taxifahrer honorieren - nicht nur den Unternehmergeist, sondern die schiere Anstrengung, nicht nur Technologie, sondern Plackerei. … Man wird von unserer Zeit sagen, dass wir wohlhabend waren. Aber man soll auch einmal von uns sagen, dass wir unseren Wohlstand klug genutzt haben. Wir investierten unseren Wohlstand sinnvoll. Wir öffneten die Tore der Chancen. Und alle wurden vollständig im Versprechen des amerikanischen Lebens willkommen geheißen." 

Die Vision des zukünftigen Präsidenten erstreckt sich auch über die Grenzen der Vereinigten Staaten hinweg. "Die Welt blickt auf die Vereinigten Staaten als führende Nation", schreibt er in seiner Autobiografie, "sucht nach einer Führungsrolle bei einem Land, dessen Werte Freiheit, Gerechtigkeit und Gleichheit sind. Wir sollten unsere Führungsrolle nicht arrogant wie ein Big Brother ausüben, sondern einladend und willkommen heißend wie eine große und noble Nation. Wir haben eine individuelle Verantwortung gegenüber unseren Familien und Gemeinden und eine kollektive Verantwortung als Bürger der größten freien Nation der Welt. Amerika darf sich nicht in seine Grenzen zurückziehen. Unser großartigster Exportartikel ist die Freiheit, und wir haben eine moralische Verpflichtung, sie in der ganzen Welt zu verteidigen. 

Eine Vision für die Zukunft 

Mit der Annahme der Nominierung der Republikanischen Partei für die Präsidentschaft im August 2000 erklärte George W. Bush sich als "begierig, die vor ihm liegende Arbeit in Angriff zu nehmen", die Zielsetzung der Vereinigten Staaten zu erneuern. "Wenn Sie mir Ihr Vertrauen schenken, werde ich mich dessen würdig erweisen. … Geben Sie mir ein Mandat, und ich werde es nutzen. … Geben Sie mir die Chance, diese Nation zu führen, und ich werde führen", sagte Bush dem amerikanischen Volk. 

Im Hinblick auf den wirtschaftlichen Wohlstand der letzten zehn Jahre stellte Bush fest, dass Zeiten des Überflusses wie auch Zeiten der Krise Bewährungsproben für den Charakter der Amerikaner sind. 

"Wohlstand kann ein Werkzeug in unseren Händen sein - zum Aufbau und zur Verbesserung unseres Landes", sagte er. "Oder er kann eine Droge in unserem System sein, die unser Gefühl für Dringlichkeit, unser Einfühlungsvermögen und unser Pflichtgefühl betäubt." 

Er versprach, diesen Augenblick des amerikanischen Versprechens und diese guten Zeiten für hehre Ziele zu nutzen. "Wir werden die schwierigen Probleme in Angriff nehmen - die Gefahren für die nationale Sicherheit, für unsere Gesundheit und die Sicherheit unserer Renten - bevor die Herausforderungen unserer Zeit zu Krisen für unsere Kinder werden", sagte er. 

"Und wir werden das Versprechen des Wohlstands in jeden vergessenen Winkel dieses Landes bringen. Jedem Mann und jeder Frau eine Chance auf Erfolg. Jedem Kind, die Chance zu lernen. Jeder Familie die Chance, in Würde und Hoffnung zu leben." 

Bush schloss: "Ich weiß, wie ernst die vor mir liegende Aufgabe ist. Ich weiß, das Präsidentenamt ist ein Amt, das Stolz in Gebete verwandelt. Aber ich bin bereit, mich in die vor mir liegenden Arbeit zu stürzen. Und ich glaube, Amerika ist bereit für einen Neuanfang."

Originaltext: Biography of President George W. Bush 
Quelle:
http://www.usembassy.de

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